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WF Großaitingen/SCHW im Norden unterwegs

 

Nachdem in diesem Jahr mit Ausnahme von Schwarzenbach/FR im August keine neuen Marathon-Ziele im Be­reich des DVV angeboten werden, stellte sich für das Ultra-Team der WF Großaitingen e. V. bereits im Winter die Frage, welche alternativen Wanderveranstaltungen besucht werden könnten. Schnell wurde eine Ent­schei­dung getroffen: Wir fahren nach Norden.

 

Am Freitag, 17. April fuhren daher Brigitte und Josef Nefzger, Manfred Seiderer, Andreas Häußer und Stephan Spechtenhauser frühmorgens mit der Bahn über Hamburg nach Sörup/SH, wo wir vom Vermieter des Kreisbahnhofhotels, Herrn Bernd Petersen, am Bahnhof empfangen wurden. Kaum hatten wir unser Quartier bezogen, standen auch schon zwei Fahrzeuge der Wandergruppe THW Sörup e. V., bereit, um uns zur IVV-Veranstaltung der Nachmittagswanderung über 10 Km zu fahren. Da das Ende der Veranstaltung erst für 20.00 Uhr vorgesehen und das Wetter zu schön war entschieden sich Andreas und Stephan kurzfristig auch noch den angebotenen permanenten Wanderweg über 10 Km zu erwandern. Dieser führt rund um den Südensee und ist einfach zu begehen. Übernachtet wurde im Kreisbahnhofhotel von Sörup. Die Kosten hierfür betrugen € 27.--/Person und beinhalteten auch ein reichhaltiges Frühstück.

 

Am folgenden Tag, Samstag, 18. April reisten wir dann mit dem Schleswig-Holstein-Ticket zur Wan­der­ver­an­staltung nach Breklum/SH, wo wir vom Veranstalter, der ortsansässigen Freiwilligen Feuerwehr, vom Bahnhof Bredstedt abgeholt wurden. Es handelte sich hierbei um deren ersten durchgeführten Volks­wan­dertag. Vorab kann schon gesagt werden, dass dieser vorbildlichst organisiert war. Wir hatten vorgesehen den kompletten Tag dort zu verbringen und somit reichlich Zeit, um gemeinsam die 15 Km-Strecke zu erwandern. Andreas, mit 37 Jahren unser jüngstes Mitglied, ging sogar zweimal die 15 Km-Runde. Das reichhaltige Torten- und Kuchenangebot erfreute vor allem unseren Manfred. Am späten Nachmittag hieß es dann Abschied nehmen von Fam. Carstensen und allen anderen engagierten und freund­lichen Helfern. Im Feuer­wehrfahrzeug wurden wir wieder zurück zum Bahnhof nach Bredstedt gefahren, von wo wir mit dem Zug nach Elmshorn Richtung Süden weiter­fuhren.

 

Unsere Vermieter für die nächsten beiden Tage, das Ehepaar Rietschel, erwarteten uns be­reits am Bahnhof und fuhren uns zu sich nach Hause. Am Frühstückstisch an den beiden folgenden Tagen fehlte nichts und wir durften auch das besonders schmucke Wohnzimmer  für uns beanspruchen. Diese besondere Großzügigkeit in familärer Atmosphäre werden wir nie vergessen. Der Preis pro Person für Ü/F mit € 20.-- ist eine Buchung wert.

 

Am Sonntag, 19. April wurden wir dann am Morgen von Herrn Haack, dem Verantwortlichen der Flora-Wan­derer Elmshorn, bei unserer Unterkunft abgeholt. Ziel war die Wanderveranstaltung des erwähnten Wan­der­ver­eins in Klein-Nordende. Es wurden Wanderstrecken über 5, 10 und 20 Km angeboten. Nachdem das Team kurzfristig beschlossen hatte, am Sonntagnachmittag eine weitere Wanderung in Uetersen zu unternehmen, entschieden sich Josef und Brigitte für die 10 km Strecke, die landschaftlich und organisatorisch, wie auch die übrigen Distanzen ein Genuss waren. Eine sehr schöne Wanderstrecke durch die herrlich blühende Natur, strahlend blauer Himmel, eine hervorragende Bewirtung mit Brat­kar­tof­feln, Spiegeleiern, Thüringer Bratwürsten, Fisch, Kuchen etc., ein bestens funktionierender Abhol- und Zubringerdienst zum permanenten Wanderweg bzw. von und zur Unterkunft ließen auch den dritten Reisetag zum unvergesslichen Erlebnis werden. In diesem Zusammenhang seien auch die Ehe­leute Neumann gegrüßt, welche für den permanenten Wanderweg verantwortlich zeichnen. Bei soviel Engagement eines Veranstalters macht Wandern wirklich Spaß! Es ist nur schade, dass es sich hierbei um den letzten Wandertag gehandelt haben soll, da sich -wie so oft- keine Helfer mehr finden.

 

Am Montag, 20. April verließen wir gegen acht Uhr Elmshorn Richtung Hamburg, um den sonnigen Vormittag mit einer Teilnahme am permanenten Wanderweg „Alster - Hafen - Reeperbahn“ über 10 Km in Hamburg  zu beenden. Für Andreas und Stephan war es dort bereits die dritte Teilnahme, was sich natürlich als sehr hilfreich erwies. So waren wir bestens mit den Örtlichkeiten vertraut. Vom Hamburger Hbf ohne Umzusteigen nur ein paar Haltestellen per S-Bahn zu den Landungsbrücken, anschließend noch ein paar Meter und der Ausgangspunkt des per­manenten Wanderweges bei Kapitän Prüsse ist erreicht.

 

Es empfiehlt sich für diese Wanderung reichlich Zeit einzukalkulieren, da dieser an etlichen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt: Dem Elbufer mit Blick zum Hamburger Hafen, dem Fischmarkt (allerdings nur sonntags in Betrieb), der Reeperbahn mit der bekannten Polizeistation „Davidwache“, dem Millerntor-Stadion (FC St. Pauli), dem Hamburger Stadtpark, der Binnenalster, dem Rathaus und wieder zurück zu den Landungsbrücken. Auch Manfred, der zum ersten Mal die Stadt besuchte, war nach dieser dreistündigen Wanderung von der Hansestadt überwältigt und begeistert. Während unsere Kameraden wanderten, unternahmen Brigitte und Josef eine 1½ stündige Stadtrundfahrt.

 

 

Nachdem alles reibungslos klappte, fuhren wir um 13.01 Uhr mit dem ICE ab und erreichten gegen 19.00 Uhr den Bhf Buchloe; Manfred haben wir schon in Schwabmünchen verabschiedet. Eine wunderschöne Kurzreise, durchgehend phantastisches Traumwetter und eine beruhigende Landschaft, die mit vielfältigen Farben des Frühlings an Bäumen  und Sträuchern unser Herz erfreute, ging zu Ende.

 

Wir hatten ausschließlich Kontakt mit sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Es waren sehr schöne Begegnungen, welche uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden. Aufgrund der Online-Buchung mit Sparpreis 50, Bahncard 25 plus Platzreservierung für Hin- und Rückfahrt im ICE musste jeder von uns nur € 68.-- für die beschriebene Eisenbahnfahrt aufwenden. Bei angenehm zurückgelegten 2.000 Bahnkilometern ergibt dies einen Kilometersatz von 3,35 Cent. Dieser Betrag ist unschlagbar. Auch wurde dem ökologischen Gedanken Rechnung getragen. Des Weiteren musste in Summe jeder Reiseteilnehmer € 67.-- für die Übernachtungen einschl. Frühstück investieren. Dies ergibt einen Reisepreis in Höhe von € 135.-- für eine komplette Viertagesfahrt mit sechs möglichen Teilnahmestempeln, drei besuchten Volkswandertagen und drei Permanentwanderwegen. Ist dies nicht nachahmenswert?

 

Abschließend sei unserem Josef für seine präzise und kostengünstige Planung und Durchführung des Ausfluges gedankt. Wer Josef  kennt, weiß, dass diesen Sorgfalt und Zuverlässigkeit auszeichnen; ihn aber leider bereits seit über zehn Jahren die Parkinsonsche Krankheit plagt. Josef lässt sich aber von dieser nicht unterkriegen und schöpft seine Kraft, trotz aller Mühen, beim Wandern. So trifft man ihn auch regelmäßig auf der Marathonstrecke, welche ihn daher extremst fordert. Mit dieser Würdigung möchte ich Josef meinen Respekt zollen und gleichzeitig dazu aufrufen wieder mehr Ehrlichkeit einzufordern! Seien wir Gesunden froh, dass wir gerade Glieder haben und laufen können. Warum also immer dieser Stempelbetrug? Gleichzeitig möchte ich auch seiner Gattin Brigitte unseren Dank für die Treue und nicht enden wollende aufopfernde Hilfe für ihren Josef aussprechen. Nur in diesem Zusammenspiel und dem Zusammenhalt unserer Gruppe ist es möglich gemeinsam so schöne Ausflüge miteinander zu unternehmen. Die Begegnung mit den Menschen ist es wert.

 

Erwähnt sei auch unser Mitglied Manfred Seiderer. Fast genau vor einem Jahr wurde er am Fuß wegen Krebsverdacht operiert, der Heilungsprozess ist inzwischen positiv abgeschlossen. Außerdem leidet er noch an einer schmerzhaften Hüftarthrose, die Operation ist für dieses Jahr fest eingeplant. Besonders hervor zu heben ist seine jahrelange, unermüdliche Pflegetätigkeit für seine Eltern. Diese herrliche Reise hat unserem Manfred für vier Tage aus seinem anstrengenden Alltag entführt und ihm viele Kräfte gegeben.

 

Fotos :

 

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Wanderfreunde Großaitingen e. V.

Stephan Spechtenhauser

 

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